Feuer in Kläranlage

Flächenbrand auf Gelände der Oberpleiser Kläranlage wird von Jugendfeuerwehr Uthweiler gelöscht.

Während Ihrer 24-h-Übung von Freitag, den 31.05.02 bis Samstag, den 01.06.02 musste die Jugendgruppe der Uthweiler Feuerwehr ausrücken, um einen Flächenbrand auf dem Gelände der inzwischen stillgelegten Oberpleiser Kläranlage zu löschen. Beim Eintreffen brannte ein Stapel Paletten aus bisher noch ungeklärter Ursache. Das Feuer war direkt neben dem Gebäude der Kläranlage ausgebrochen und drohte dieses zu vernichten. Durch das schnelle und äusserst professionelle Eingreifen der Feuerwehrkameraden konnte dies aber verhindert werden. Innerhalb weniger Minuten war alles unter Kontrolle.............

.....So oder so ähnlich würde es sicher in den Tageszeitungen stehen. Doch was war hier wirklich passiert? Wir wollen vorne beginnen:

Am Freitag, den 31.05.2002 trafen wir uns um 18:00 Uhr am Gerätehaus in Uthweiler, um eine 24-h-Übung durchzuführen. Nachdem in kurzer Zeit der Gruppenraum zum Schlaflager umgeräumt war, begannen die ersten mit den Vorbereitungen zum Grillen. Nach einer Stärkung mit gegrillten Steaks, Würstchen und von den Eltern zubereiteten Salaten unterzogen wir den Basketballkorb und die Tischtennisplatte einem ersten Haltbarkeitstest. Später wechselte die Gruppe zum gemeinsamen Fussballspiel auf den Bockerother Sportplatz.

Als draussen dann langsam die Dämmerung hereinbrach, kehrten wir zum Gerätehaus zurück und „zogen uns ‘nen Video rein“. Der Film wurde allerdings „jäh“ unterbrochen, als Josef anrief, um zu melden, daß das vorbereitete Feuer gezündet war. Also zogen sich alle in höchster Eile Ihre Kombis, Stiefel, Helme und Handschuhe an, und schon ging es ab nach Oberpleis. Nach dem lange geübten Aufbau der Saugleitung, der durch den Angriffstrupp verlegten Leitungen bis zur Einsatzstelle und der Vornahme von insgesamt 3 C-Rohren und einem S-Rohr konnte die Rückmeldung „Feuer aus“ gegeben werden.

Nach einer guten Stunde kehrten wir gegen 23:30 Uhr wieder zum Standort zurück, und ruhten uns erst einmal von der geleisteten Arbeit aus. Gegen 1:00 Uhr starteten wir dann zu einer Nachtwanderung der besonderen Art. Es gab einen Aufgabenbogen, auf dem von den 4-Mann-starken Gruppen Fragen beantwortet werden mussten, und auf dem der Weg beschrieben war. Diese Wegbeschreibung stellte sich allerdings als sehr kniffelig heraus, weil die nicht immer auf Anhieb klaren Richtungsangaben einzelne Gruppen zwar zu heissen Diskussionen, aber längst nicht jedes Mal auf den richtigen Weg führten.

Wenn auch einige von einem bösen „Brückenschrat“ ganz arg erschreckt wurden ( Es wurden Jungs gesehen, deren Beine schneller als ihr Oberkörper rannten ), so erreichten doch gegen halb 4 auch die letzten unbeschadet wieder unser Nachtlager.

Zur Beruhigung wurde jetzt erst mal wieder ein Video geschaut. So gegen 5 Uhr kehrte dann auch die erhoffte Nachtruhe ein, welche allerdings für die Frühstücksvorbereitungen bereits um viertel nach sieben beendet wurde.

Nach der Einnahme des reichhaltigen Frühstücks, bei dem es weder an Brötchen und Nutella noch an frisch gemolkener Milch und duftendem Kaffee fehlte, machten wir uns auf nach Bonn. Den angestrebten Besuchsort  -Museum-  nahm den Jugendwarten aus der Gruppe keiner ab. Wo wir da hin fuhren, konnte aber auch nicht erraten werden. Wir landeten bei McDonald’s ! Nicht wie man meinen mag, zum Essen, sondern einmalig, exklusiv und nur für uns, bekamen wir eine Führung durch den gesamten Betrieb. Wir konnten sehen, wie alles gelagert wird, wie es in die Zubereitung kommt, und wir waren sogar live bei der Fertigstellung von Hamburgern, Fritten und Big-Breakfast dabei.

Anschließend fuhren wir in die Rheinaue und tobten uns auf dem Abenteuerspielplatz so richtig aus. Nach einer guten Stunde machten wir uns dann auf den Rückweg, schließlich durfte der Anpfiff des heute schon fast legendären WM-Spiels der Deutschen gegen Saudi-Arabien nicht verpasst werden.

Bevor es jedoch soweit war, wurde kurzer Hand noch eine Übung nach FwDV4 unter Vornahme von 2 C-Rohren, einem Überdrucklüfter und mehreren Hydroschildern durchgeführt. Es war die totale, gnadenlose Wasserschlacht, nach der der gesamte Gerätehausvorplatz unter Wasser stand und kein einziger Jugendfeuerwehrmann mehr trocken war. Doch nach einer kurzen Aufräum- und Trockenlegungsphase war alles wieder in bester Ordnung und das WM-Spiel konnte beginnen.

Während der eine Teil der Gruppe fiebernd vor dem Fernseher gefesselt war, bereitete der andere in der Küche das Mittagessen mit Unterbrechungen durch immer wiederkehrende Jubelschreie vor. Der grandiose 8:0-Sieg konnte dann von uns auch gebührend mit frischer, selbstgebackener Pizza gefeiert werden. Zu unser aller Überraschung lieferte uns dann der LGF höchst persönlich Eis in rauen Mengen zum Nachtisch.

Mit Basketball-, Fussball- und Tischtennisspielen ging dann unsere erste 24-h-Übung zu Ende, alle Beteiligten waren am Ende aber der Meinung, dass das bestimmt nicht die letzte Übung dieser Art in Uthweiler war.

Text: Alexander Neuenfels
Bilder: Markus Strauch und Guido Bäßgen

Jugendfeuerwehr Uthweiler