Bericht des Generalanzeigers Bonn vom 07.09.2004 über den Festkommers anlässlich des 75. Jubiläum 

JUBILÄUM Über 300 geladene Gäste feiern mit der Löschgruppe Uthweiler 75-jähriges Jubiläum. Die Freunde aus Bayern musizieren.

Oberpleis. Mit über 300 geladenen Gästen feierte die Löschgruppe Uthweiler der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Samstagabend mit einem Festkommers ihr 75-jähriges Jubiläum. Sogar aus dem bayrischen Wolfertschwenden, zu dem die Wehr seit gut 15 Jahren freundschaftliche Kontakte unterhält, war eine Delegation angereist, die zusammen mit dem der Löschgruppe angegliederten Tambourcorps für die musikalische  Begleitung des Abends sorgte. 

Mit der Begrüßung durch Löschgruppenführer Norbert Bäßgen war die Liste der Redner eröffnet, die die Arbeit und das Engagement der Ehrenamtler in höchsten Tönen lobten. „In ihren Einsätzen kommt es darauf an, schnellstmöglich im Sinne der Betroffenen zu handeln und im Moment des Schreckens die eigene Angst zu überwinden und sich selbstlos für das Wohl ihrer Mitmenschen einzusetzen,“ so Landrat Frithjof Kühn. „Jedes einzelne Mitglied kann stolz auf jedes gerettete Leben und jedes erhaltene Heim sein.“

„Die Feuerwehr hält sich – so könnte man es ausdrücken – dadurch über Wasser, dass sie andere, die dieses brauchen, zur rechten Zeit unter Wasser setzt,“ fasste Bürgermeister Peter Wirtz den Anlass des Jubiläums scherzhaft zusammen und dankte den Wehrleuten „für herausragende Leistungen, die einzelnen Betroffenen, aber auch der Gemeinschaft insgesamt“ zu Gute kommen.

Kreisbrandmeister Walter Jonas fand in seiner Ansprache auch gesellschaftskritische Worte. „In einer Zeit, die geprägt ist von hohem Anspruchsdenken ist die Dankbarkeit gegenüber den Männern und Frauen, die unentgeltlich und unter Umständen unter Einsatz des eigenen Lebens demütige Tapferkeit im Dienst am Nächsten zeigen, einem einklagbaren Rechtsanspruch gewichen.“ Jonas, der gleichzeitig Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes NRW und Löschgruppenmitglied in Uthweiler ist, forderte die Politik auf, „diese kostengünstige und effektive Art der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr aufrecht zu erhalten,“ indem die Wehrleute entlastet und gefördert würden.

Einen bleibenden Eindruck hinterließ der Wolfertschwendener Bürgermeister Karl Fleschhut, der in der Feuerwehruniform seiner Heimatgemeinde gratulierte. Königswinters Stadtbrandinspektor Michael Bungarz befand, dass „das der erste Bürgermeister ist, den ich in kennen gelernt habe, der auch Feuerwehrmann ist,“ und unterbreitete an Wirtz gewandt den Vorschlag, sich doch beim am kommenden Wochenende beginnenden Grundlehrgang der Feuerwehr zu beteiligen und eine Karriere im blauen Rock zu starten.

Löschgruppenführer Bäßgen griff die Idee auf und regte an, Wirtz und auch Kühn könnten  doch „ein 14-tägiges Praktikum in allen Löschgruppen absolvieren, um die einzelnen Einheiten einmal richtig kennen zu lernen.“

Parallel zu der Feierlichkeit erzählten eine permanent laufende Diashow und Stellwände mit Fotos und Zeitungsartikeln aus den vergangenen Jahrzehnten die Geschichte der Löschgruppe.

 bsa